Repertoire
deutsch
Frank Bungarten nimmt eine Ausnahmestellung unter den heutigen Gitarristen ein. Einerseits durch seine künstlerische Haltung eines klaren Bekenntnisses zur "alten Schule" der Werktreue und kompromisslosen musikalischen Wahrheitssuche; andererseits durch die Breite und Nachhaltigkeit seines Erfolgs, der weit über die reine Anerkennung durch die Gitarrenwelt hinausgeht.

Geboren 1958 in Köln, entschied er sich in den sechziger Jahren unter dem Einfluss der damaligen Rockmusik für die Gitarre. Einige seiner ersten Lehrer, darunter der paraguayanische Virtuose Carlos Baez, ermutigten ihn mit siebzehn Jahren, noch vor dem Abitur, das Studium in der Konzertklasse der Musikhochschule Köln aufzunehmen. Nach einigen Jahren bei Prof. Karl-Heinz Böttner und Hubert Käppel und einem Meisterkurs bei Oscar Ghiglia in Italien zog er sich zurück, um auf eigenen Wegen die Grundlagen seines heutigen Spiels zu formen. Während der siebziger Jahre lernte er zudem autodidaktisch Saxophon und gründete die frei improvisierende Gruppe "Extempore", die mit zahlreichen Festivalauftritten, Rundfunkproduktionen und der ersten LP des richtungweisenden Labels JazzHausMusik auf sich aufmerksam machte. Nach einem zweiten Platz im Bundeshochschulwettbewerb 1981 trat er im gleichen Jahr mit einem Schlag auf die internationale Szene: Altmeister Andrés Segovia verlieh ihm den ersten Preis im bis dahin höchstdotierten Gitarrenwettbewerb von Granada, verbunden mit einer ausgedehnten Spanientournee.

Unmittelbar darauf der Abschluß des Studiums "mit Auszeichnung" und der Beginn der Karriere als Hochschullehrer und fast alle Länder Europas, Nord- und Südamerika bereisender Solist.

Er spielte auf den wichtigsten Bühnen des deutschsprachigen Raumes wie der Berliner Philharmonie, dem Kunst- und Kongresshaus Luzern, dem Münchener Gasteig, den Salzburger Festspielen, Schwetzinger Musikfestspielen, dem Schleswig Holstein Festival, MDR Musiksommer, den Niedersächsischen Musiktagen und unzähligen Gitarrenfestivals vom Mittelmeerraum bis Skandinavien, von Dublin bis Havanna.
Seine ständig variierenden Programme sind durch regelmäßige Rundfunkproduktionen und Livemitschnitte dokumentiert. Der Reigen seiner Kammermusikpartner reichte vom "ensemble modern" bis zu Spezialisten der Alten Musik, wie dem Lautenisten Stephen Stubbs. Zudem spielte er regelmäßig als Solist alle großen Konzerte für Gitarre und Orchester.

Seit beinahe zwei Jahrzehnten entstehen bei dem audiophilen Label Musikproduktion Dabringhaus & Grimm Referenzaufnahmen eines gewichtigen, bewusst konzipierten Repertoires, darunter die erste Gesamtaufnahme der Bach'schen Violinsolowerke in eigenen Transkriptionen. Das französische Audiomagazin "Diapason" schrieb dazu schlicht: "es ist nicht Gitarre, nicht Bungarten, es ist Bach, was wir hören". Neben der steten Anerkennung durch die Fachpresse erhielten die CDs den "Preis der Deutschen Schallplattenkritik" und den "Audio Reference". 2005 wurde Frank Bungarten anläßlich der CD "Cancion y Danza" mit dem "Echo Klassik" als "Instrumentalist des Jahres" ausgezeichnet. Frank Bungarten ist Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover. Eine zweite Professur in Luzern gab er 2010 zugunsten seiner künstlerischen Aktivitäten auf. Seine Lehre hat er bis heute auf annähernd hundert Meisterkursen und Seminaren an eine stetig wachsende Zahl von Studenten aus aller Welt weitergegeben.

press kit